Project Description

Initiative Tierwohl

Im Frühjahr 2015 ist die bundesweite „Initiative Tierwohl“ an den Start gegangen. Ziel der von der Landwirtschaft, dem Lebensmitteleinzelhandel und der Schlachtereibranche gegründeten Initiative ist der Ausbau der Standards in der Schweine- und Geflügelhaltung. Die Initiative setzt auf mehr Nachhaltigkeit und Verantwortung in der Nutztierhaltung. Gemeinsam mit Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat die Initiative messbare Kriterien entwickelt, um mehr Tierwohl in den Ställen der Landwirte zu erreichen. Finanziert wird die Initiative von den beteiligten Einzelhandelsunternehmen. Sie bezahlen für jedes verkaufte Kilogramm Fleisch oder Wurst vier Cent. Die beteiligten Landwirte erhalten aus diesem Finanzierungstopf ein Tierwohl-Entgelt und verpflichten sich zugleich, bestimmte Kriterien zur Verbesserung des Tierwohls bei Schweinen und Geflügel umzusetzen. Das ist mit erheblichen Investitionen durch die Landwirte auf den Höfen und in den Ställen verbunden.

Seit dem 1. April 2015 können sich Schweinehalter bei der „Initiative Tierwohl“ registrieren lassen. Geflügelhalter können sich seit dem 1. Juli 2015 registrieren lassen. Deutschlandweit beteiligen sich inzwischen 4500 Schweinehalter an der Initiative. Weil jedoch der Geldtopf noch nicht so stark gefüllt ist, dass alle Interessenten berücksichtigt werden können, befinden sich noch rund 2100 Betriebe auf einer Warteliste, die aber inzwischen nicht kleiner wird. Der Grund: Es konnte nur gut die Hälfte der interessierten Betriebe beteiligt werden, da die Gelder aus dem Lebensmitteleinzelhandel bisher nicht ausreichen, um alle interessierten landwirtschaftlichen Betriebe in das Projekt aufnehmen zu können. In Niedersachsen sind 680 schweinehaltende Betriebe in der Tierwohl-Initiative aktiv, 755 stehen auf der Warteliste. Die Initiative Tierwohl bemüht sich um die Beteiligung weiterer Unternehmen aus dem Lebensmitteleinzelhandel. Konkrete Zusagen fehlen aber bisher.

Für die Schweinehalter ist das Mitmachen mit erheblichem Mehraufwand und Kosten verbunden. So benötigen Mastschweine, Sauen und Ferkel mehr Platz in den Ställen und es muss Spiel- und Beschäftigungsmaterial in ausreichender Menge angeboten werden. Damit soll beispielsweise vermieden werden, dass sich Schweine im Stall gegenseitig die Schwänze abknabbern. Ziel soll es sein, irgendwann auf das Kupieren der Schwänze verzichten zu können. Auch Pfähle zum Scheuern müssen den Schweinen angeboten werden. Mehr Tageslicht soll durch größere Fensterflächen das Leben in den Ställen erleichtern. Futterraufen, die mit Heu oder Stroh gefüllt sind, leicht zugängliche Tränken und insgesamt mehr Platz sind auch Bedingungen, die Sauen- und Ferkelhalter erfüllen müssen, wollen sie von der Tierwohl-Prämie profitieren.

Die beteiligten Schlachtunternehmen erfassen zentral die Schlachtbefunddaten der Schweine und werten diese Daten aus. Aus dem Ergebnis lassen sich Rückschlüsse auf das Tierwohl zu. Am Ende sollen daraus neue Erkenntnisse zu einer weiteren Verbesserung der Nutztierhaltung gewonnen werden. Wichtiges Ziel der „Initiative Tierwohl“ ist es, den Verbrauchern auch in Zukunft Fleisch und Fleischwaren von hervorragender Qualität anbieten zu können. Zugleich soll der erhöhten Nachfrage nach tiergerecht und nachhaltig erzeugten Produkten Rechnung getragen werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.initiative-tierwohl.de.